Rund 20 Jahre ist her, dass wir bei einer Mittagspause zwischen 2 Kletterzielen eine interessante Wand unweit der Straße entdeckten. Da ich es damals noch nicht in Betracht zog, im Frankenjura neue Routen zu erschließen, geriet der Fels für mich in Vergessenheit, bis mich ein befreundeter Kletterer auf diesen ansprach.
Daraufhin entschloss ich mich, inzwischen mit den Augen eines Erschließers, diese nochmal genauer anzusehen. Vorgefunden habe ich dann dort ein uraltes Projekt mit drei 8mm Kronendübeln, das wohl nie zu Ende gebohrt wurde, und zwei relativ willkürlich gesetzte Eigenbau-Bühler. Insgesamt war meiner Ansicht nach Potential für mehr als 10 Routen gegeben und der Fels ausreichend hoch, um ihn zu beantragen.
Gesagt, getan. Parallel dazu begann ich zu recherchieren, von wem die alten Haken waren. Nach einigen Telefonaten bekam ich den entscheidenden Tipp, der mich auf die richtige Spur brachte, den Urheber zu finden, der mir dann grünes Licht für mein Vorhaben gab.
Genehmigt wurden insgesamt 6 Touren, in zwei eng begrenzten Felsbereichen.
Zusammen mit Johannes Seitz bohrte ich letzten Winter fünf der Touren ein. Das für uns zu schwere Projekt gaben wir zum Einbohren weiter. Bitte respektiert den Projektstatus.
Unsere Erstbegehungen konnten wir dann dieses Jahr im März machen.
Wieder einmal hat sich gezeigt, dass es im weitgehend erschlossenen Frankenjura noch die ein oder andere gute Wand zu erschließen gibt. Daher mein Appell an die Erschließer: Bitte überlegt euch vorher, was ihr beantragt, und verzichtet auf die Nachverdichtung bestehender Felsen. Weniger ist meistens mehr.
Text und Fotos von Manuel Welt

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