(Kletter-)Tourismus in der Fränkischen Schweiz

21. September 2021

„Willkommen im bekanntesten Klettergebiet Deutschlands! 12.000 Routen an 800 einzelnen Felsen lassen das Kletterherz höher schlagen!“ so wirbt die Tourismuszentrale für aktiven, naturnahen Urlaub in der fränkischen Schweiz. Zwar werden Kletterer hierbei explizit angesprochen – doch werden Übernachtungsmöglichkeiten für diese in der Region immer weniger: Der Campingplatz in Morschreuth ist momentan geschlossen und nun soll der Zeltplatz Kormershof folgen.

Ein IG-Mitglied machte darauf aufmerksam, dass dem Platz „Kormershof“ in Allersdorf die Schließung droht. Hartmut Meier-Lang, Besitzer des Campingplatzes, bestätigte auf Nachfrage der IG Klettern die Schließung zum September 2021. Vor allem die fehlende Möglichkeit zur Erweiterung seines kleinen Platzes mache den Betrieb derzeit unrentabel, berichtet Meier-Lang. Zwei Bauanträge habe die Gemeinde bereits abgelehnt.

Besser sind die Aussichten für den Campingplatz am Gasthaus „zur guten Einkehr“ in Morschreuth. Dessen Schließung ist nur temporär, wie Reinhard Merz, Betreiber des Wirtshauses auf Nachfrage berichtet. Aktuell gültige Corona-Schutzmaßnahmen würden den Betrieb nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich machen, so Merz – zumal das Gasthaus Hauptgeschäft sei. Sobald sich die Pandemielage bessert und die Regeln weniger werden, kann zumindest in Morschreuth wieder übernachtet werden.

Zurück nach Gößweinstein

Obwohl die Marktgemeinde auf ihrer Website explizit mit einem „abwechslungsreichen Angebot an attraktiven Wohnmobil- und Campingplätzen“ wirbt, werden außer des Wohnmobilstellplatzes im Ort keine naturnahen Übernachtungsmöglichkeiten mehr genannt. Für einige Kletterer sind Übernachtungen im Van oder Zelt selbstverständlich, viele unterstützen das Gastgewerbe gerne und lassen damit Geld in der Region. Wenn aber die attraktiven Übernachtungsmöglichkeiten Schritt für Schritt verschwinden, führt das auch zu mehr illegalen Übernachtungen in Wald und Wiese.

Dass dieser Zustand mit seinen Folgen wie Müll oder anderen menschlichen Hinterlassenschaften an den Parkplätzen für uns als IG-Klettern nicht wünschenswert ist, liegt nahe. Es sollte auch im Interesse der Gemeinde Gößweinstein sein, Übernachtungsgäste auf offiziellen Plätzen zu halten. Dies führt nicht nur zu weniger Müll in der Natur und weniger parkenden Autos an den Felsen, wenn diese vom Campingplatz aus fußläufig zu erreichen sind. Darüber hinaus bleibt unsere Region hierdurch langfristig für Sportkletterer und auch andere Gäste attraktiv.

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