Kletterkonzepte


Die Kletterkonzepte sind ein Meilenstein in der Geschichte der Zusammenarbeit der Naturschutzbehörden, Umweltverbänden und des Klettersports. Mit der Verleihung des Bayerischen Staatspreis der Landesstiftung an die IG Klettern und Günter Bram vom DAV wurde dies 2002 nochmals unterstrichen.
Heute dienen sie auch international als Vorbild und wurden in vielen anderen Regionen Deutschlands sowie im Ausland angewandt.
Mit der Erstellung des Kletterkonzepts für das Hirschbach- und Lehnhammertal sowie des Schwarzen Brandes sind nun der gesamte Naturpark Fränkische Schweiz und Veldensteiner Forst zoniert. Die Kletterkonzepte bilden nun die Grundlage für den Klettersport im Frankenjura, Fichtelgebirge und Bayrerischen Wald.

Kletterkonzept Weiße Wand

Das erste Kletterkonzpet überhaupt stammt aus dem Jahre 1992 und wurde als Pilotprojekt für den Klettersport im Frankenjura gesehen. Da der gesamte Bereich, sowohl für den Naturschutz als auch für den Klettersport, von großer Bedeutung ist und sich die Beteiligten erst noch kennen und schätzen lernen mussten, wurden hier heftige Diskussionen ausgefochten. Der gefunde Kompromiss stellt sicher einen gerechten Ausgleich der Interessen dar.

Kletterkonzeption Oberpfalz

Nachdem in den Jahren 2007 bis 2009 die Kletterfelsen im Veldensteiner- bzw. Krottenseer-Forst, Königstein und in den südlich angrenzenden Regionen erfasst wurden, folgten im Jahr 2010 die Klettergebiete im Hirschbachtal, Lehenhammertal und den östlich angrenzenden Regionen. Nach zwei Begehungen war bereits das gesamte Hirschbachtal, einschließlich der ausgedehnten Klettergebiete des Schwarzen Brand, zoniert.

1. Begehung Hirschbachtal 2010

Erfreulicherweise sind schmerzhafte Felsverluste nicht zu verzeichnen. Mit einem Kletterverbot belegt wurden lediglich bis dato nicht erschlossene Felsen. Bei den Begehungen wurde zu Recht wieder einmal das großflächige Putzen von Felspartien, im Zuge der Neuerschließung von Routen, kritisiert. Ausdrücklich gelobt wurde dagegen der an der Mittelbergwand praktizierte Vogelschutz. Die dort erstmalig zu beobachtende und von der IG gemeldete Wanderfalkenbrut war erfolgreich.

Kletterkonzept Betzenstein-Spies

Die „illegale“, dass heißt ohne vorherige Rücksprache mit der zuständigen Behörde erfolgte Erschließung zweier Kletterfelsen, sowie einige bei der Konzeptausarbeitung vergessene Felsen, machten hier eine Nachbegehung nötig. Bei den neu erschlossenen Felsen zeigten sich die Behörden nicht kompromissbereit. In einem Fall – es handelt sich um ein ausgewiesenes Naturdenkmal – müssen die Routen vollständig zurückgebaut werden. Der zweite Felsen wurde zunächst auch mit einem Kletterverbot belegt, allerdings werden hier noch Untersuchungen wegen Fledermäusen durchgeführt werden. Je nachdem wie diese ausfallen werden möglicherweise Teilbereiche der Wand freigegeben. Drei weitere Felsen wurden der Zone 2 zugeordnet, wobei einer nicht veröffentlicht werden darf.

Kletterkonzept Unteres Trubachtal

Es ist schon ein Weilchen her, dass dieses regionale Konzept ausgearbeitet wurde. Am 21. Juli 2010 wurde es im Rahmen eines kleinen Pressetermins offiziell der Gemeinde Egloffstein, vertreten durch den Bürgermeister, übergeben.

Kletterkonzeption Donaudurchbruch und unteres Altmühltal

Diese 1999 verabschiedete Vereinbarung stand schon seit einem Jahr zur Fortschreibung an. Diverse Nachbesserungen und die Hürden verschiedener Fachgremien, die vor einer neuerlichen Verabschiedung zu passieren waren, verzögerten die offizielle Weiterführung etwas.

Erst im Frühjahr des Jahres 2010 wurde von der zuständigen Behörde, der Regierung Niederbayern, Vollzug gemeldet. Am 1. Juni 2010 wurde der Bescheid im Rahmen einer offiziellen Veranstaltung durch Heinz Grunwald, Regierungspräsident von Niederbayern, den Kletterverbänden übergeben. Die Konzeption wurde für weitere 10 Jahre festgeschrieben. Neu ist die Ausdehnung der Konzeption Altmühl-aufwärts bis zur Regierungsbezirksgrenze. Diese bescherte den Kletterern einen weiteren Felsen, der bereits bei einer Begehung 2009 begutachtet worden war. Bei besagter Begehung wurde auch ein neuer Felsen nahe Kehlheim freigegeben. Ansonsten blieb alles wie es war, an allen bisher freigegebenen Felsen darf in dieser Region weiter geklettert werden.

Kletterkonzept Bayerischer Wald

Für mächtig Wirbel hatte im Jahr 2009 die angedachte Sperrung einiger Felsen am Kaitersberg gesorgt. Durch zwei Nachbegehungen und nach etlichen Veranstaltungen und Diskussionen konnten die Wogen geglättet werden. Vereinbart wurden differenziertere Zustiegsregelungen für einzelne Felsen. Weiterhin wurde aus Pflanzenschutzgründen der Rückbau einzelner Routen beschlossen. Ein weit abseits gelegener Kletterfels wurde mit einem Kletterverbot belegt. Nähere Infos auf ostbayern-climb.de – nur wo?

Eine weitere Begehung in diesem Jahr war nötig, da von dem mit dem Pflanzenmonitoring beauftragten Biologen, die bis dato nur unvollständige Umsetzung, der im vergangenen Jahr getroffenen Vereinbarungen kritisiert worden war. Die Kletterer hatten aber die an sie gerichteten Forderungen weitestgehend erfüllt, was letztlich noch fehlt ist der Routenrückbau und die weitläufige Abplankung eines Wanderweges.
Bezüglich des Letzteren wurde zwischenzeitlich ein konkreter Auftrag erteilt, so dass auch mit einer zeitnahen Umsetzung gerechnet werden kann.

Kletterkonzept „Leinleitertal – Frankendorf – Tiefenellern“

Mit der Region „Leinleitertal – Frankendorf – Tiefenellern“ wurde im Jahr 2006 ein weiteres regionales Klettergebiet zoniert. In dem auf den ersten Blick kleinen Gebiet stehen immerhin 40 Felsen. Insgesamt waren 4 Begehungen notwendig, um alle Felsen zu erfassen.

Die Mehrzahl der Kletterziele stehen in ausgewiesenen FFH-Gebieten und wurden daher der Zone 2 zugeordnet. Einige wenige Felsen, meist klettersportlich von nachrangiger Bedeutung, wurden der Zone 1 zugeteilt und mit einem Kletterverbot belegt.

An den sog. Pfarrwaldfelsen kam es jedoch (nicht nur auf Seite der Behörden) zu Verstimmungen des ansonsten sehr klettererfreundlichen Zonierungsklimas. Übereifrige Kletterer hatten hier eine großflächige Putzaktion durchgeführt und eine ganze Felswand von Moos befreit, um zahlreiche Neutouren anzulegen. Ebenfalls waren Spuren von Drahtbürsten nicht zu übersehen.

Da die Pfarrwaldfelsen obendrein als Naturdenkmal ausgewiesen sind, wurden alle Routen dort der Zone 1 zugeordnet. Außerdem müssen die neu angebrachten Haken komplett entfernt werden. Überflüssig zu erwähnen, dass das großflächige Putzen von zusammenhängenden Wachstumszonen zum Zweck der Erschließung von Neutouren gegen alle in den Konzepten vereinbarten Regeln und den Erstbegeherappell verstößt.

Für die Felsen um Burggrub (u. a. Burggruber Wand, Luisenwand, Burggruber Block und Rotenstein) wurde auf Verlangen des zuständigen die hinreichend bekannte „Wildschutzregelung“ , Klettern nur bis 1 Stunde vor Dämmerungsbeginn in das Konzept aufgenommen.

Die im Kletterkonzept „Leinleitertal – Frankendorf – Tiefenellern“ erfassten Felsen und die jeweilige Zonierungen sind der nachfolgenden Liste zu entnehmen. Unsere Zonierungsliste im Web wird in Kürze entsprechend aktualisiert. Wie auch bei früheren Konzepten gilt: Nicht im Konzept erfasste Felsen werden formal der Zone 1 zugeordnet und müssen vor einer Erschließung behördlich beantragt werden!

Nach dem erfolgreichen Abschluss des „Heiligenstädter“ Kletterkonzeptes im vergangenem Jahr werden in diesem Jahr die Felsen der Bamberger Klettergebiete erfasst. Die erste Begehung hat bereits im Kleinziegenfelder Tal stattgefunden, weitere folgen in den nächsten Monaten.

Mit einem Abschluss dieses Konzeptes wird noch in diesem Jahr das Ziel der Regierung Oberfranken erreicht, alle „Frankenjura“ – Felsen des Regierungsbezirkes flächendeckend durch Kletterkonzepte zu erfassen.

Kletterkonzept Fichtelgebirge

Selten hat dieser Satz so gut gepasst wie im Fall des Kletterkonzeptes Fichtelgebirge. Die Ursprünge des Kletterkonzeptes gehen zurück in die frühen 90er Jahre. Ein erster Entwurf, die Grundlage des heutigen Konzeptes, stammt aus dem Jahr 1995. Lange drohte dieser in der Tiefe einer Behördenschublade zu verschwinden, bis 2003 eine Überarbeitung des Konzeptes im Zuge der Umsetzung der FFH-Richtlinien erfolgte. Jetzt endlich liegt die offizielle Version vor. Eine Umsetzung des Konzeptes vor Ort – also die Kennzeichnung der Felsen – soll in diesem Jahr erfolgen.

Schon früh waren einzelne Felsen der Fichtelgebirgsregion von Sperrungen betroffen, vor allem, weil diese in ausgewiesenen Natur- oder Landschaftsschutzgebieten liegen. Etliche Felsen sind zudem Naturdenkmäler. Aus naturschutzfachlicher Sicht besonders erwähnenswert ist das Vorkommen sehr seltener Moose und Flechten in einzelnen Regionen. Die gesamte naturschutzfachliche Bedeutung, aber auch die klettersportliche Seite findet nun Berücksichtigung in den z. T. sehr differenzierten Regelungen, die die endgültige Version des Kletterkonzeptes Fichtelgebirge für die einzelnen Felsen vorsieht.

Das Kletterkonzept Fichtelgebirge beinhaltet – verglichen mit den bisherigen Konzepten – etliche Neuerungen, die sicherlich für Diskussionen sorgen werden. Es bietet aber auch einige positive Überraschungen.

Bouldern: Erstmalig wird das Bouldern in einem Kletterkonzept ausdrücklich erwähnt und berücksichtigt. An einzelnen Felsen bzw. Felsgruppen gilt ein Boulderverbot. Erwähnenswert ist aber auch, dass das Bouldern explizit an den anderen Felsen (auch an Felsen der Zone 1) erlaubt wird!

Kletterverbote per Verordnung: Für einige Felsen galt bisher ein Kletterverbot per Verordnung. Betroffen waren davon v. a. der Nußhardt und der Waldkopf. An beiden Felsformationen wurde durch das Kletterkonzept das Kletterverbot gelockert, d. h. an einigen Wandpartien darf wieder geklettert werden (Zone 2). Allerdings gilt für die anderen Wandteile (Zone 1) ein generelles Kletter- und Boulderverbot. Da die Kennzeichnung der Felsen und Zonen noch nicht erfolgte, sollte man aber zunächst auf einen Besuch dieser Kletterfelsen in diesen zwei Gebieten verzichten.

Kletterkonzept Bamberger Gebiete

Mit dem Kletterkonzept für die Bamberger Gebiete, das im Jahr 2007 ausgearbeitet wurde, ist das von den Behörden angestrebte Ziel erreicht, alle in den Fränkischen Regierungsbezirken liegenden Kletterfelsen zu erfassen und zu zonieren.

Damit steht ein flächendeckendes Kletterkonzept für die gesamte Fränkische Schweiz kurz vor der Fertigstellung, lediglich die in der Oberpfalz liegenden Klettergebiete (Krottensee, Veldensteiner Forst, Hirschbachtal, Lehenhammer Tal und Amberger Gebiete) sind noch nicht erfasst. Zumindest für den Veldensteiner Forst und Krottensee soll 2008 ein Kletterkonzept erarbeitet werden. Dessen Ausweitung auch auf die anderen Regionen der Oberpfalz ist zu erwarten.

In den Bamberger Gebieten wurden über 140 Felsen bei insgesamt 5 Begehungen erfasst und zoniert. Ein Teil dieser Felsen war bereits bei anderen Kletterkonzepten und anderen Zonierungsmaßnahmen begutachtet worden. Nur so konnte dieses weitläufige Gebiet mit so wenigen Ortsterminen abgehandelt werden. In allen Fällen wurden rasch Konsenslösungen gefunden. Die Begehungen verliefen alle ausgesprochen harmonisch.

Wie schon bei den letzten Kletterkonzepten wurden die Zonierungsschilder zum Teil bereits bei den Begehungen angebracht, die noch fehlenden Schilder werden im Laufe dieses Jahres befestigt.

Die große Zahl an Zone-2-Felsen lässt sich durch den Umstand erklären, dass viele der Felsformationen in FFH-Gebieten liegen oder einen andersartigen Schutz-Status haben. Ein Umstand, der sich übrigens leicht verschmerzen lässt, da der Erschließungsgrad einzelner Felsen so hoch ist, dass kaum noch Platz für Neutouren bleibt.

Kletterkonzept Unteres Wiesenttal

Etwas länger als gewohnt haben die Umsetzungsarbeiten zum Kletterkonzept „Unteres Wiesenttal“ gedauert. Obwohl bereits alle erforderlichen Begehungen im Jahr 2005 durchgeführt wurden, dauerte es bis in diesen Sommer, bis alle zusätzlichen Arbeiten beendet werden konnten.

Die Begehungen zum aktuellen Konzept liefen in einer ausgesprochen konstruktiven Atmosphäre ab. Streitpunkte gab es keine. Zu den schon bestehenden Kletterverboten per Verordnung (Hunnenstein mit Nebenmassiven, Geiersteine u. a.) kamen erfreulicherweise keine weiteren, relevanten Sperrungen dazu.

Da viele der betroffenen Felsen in FFH-Gebieten liegen, erfolgte häufig die Einordnung in Zone 2. An den betroffenen Felsen sind Neurouten nicht in allen Fällen unmöglich, Voraussetzung ist jedoch eine vorherige Genehmigung durch die zuständige Behörde.

Wegen der Landkreisgrenzen wurden in das Kletterkonzept „Unteres Wiesenttal“ auch einige Felsen aus dem oberen Wiesenttal aufgenommen (Kajakwand bis Kalte Wand), die bereits im Zuge des Kletterkonzeptes Gößweinstein zoniert wurden. An deren Status hat sich jedoch nichts geändert.