Erster Fränkischer Bühlerhaken-Bohr-Wettbewerb

6. Juli 2014

Schon längere Zeit hatten wir die Idee eines „Bühlerhakenwettbohrens“ im Kopf. Nicht, wie manch ein potenzieller Teilnehmer im Vorfeld vermutete, mit der Akku-Bohrmaschine sollte gebohrt werden, nein: Der Wettkampf sollte – wie es zumindest einige von uns noch von Ossi Bühler gelernt hatten – mit Kronenbohrer und Fäustling ausgetragen werden.

Das diesjährige Jubiläumsfest schien uns der geeignete Zeitpunkt für einen Premierenwettkampf dieser Art.

Die Frage, ob es überhaupt noch genügend original 20-mm Kronenbohrer gab, war schnell geklärt: 4 „Wettkampgeräte“, überwiegend frisch geschliffen, sowie eine ausreichende Anzahl an Fäusteln waren schnell gefunden.

Schwieriger gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Bohrobjekt. Da das ganze naturverträglich ablaufen und zudem noch in der Nähe des Festortes stattfinden sollte, musste ein geeigneter Gesteinsbrocken gefunden werden. Nach einigen Überlegungen bot sich schließlich der Betreiber vom Münzinghof an, einen Kalkstein-Findling anzuliefern. Der fast tonnenschwere Gesteinsbrocken, immerhin fast 2m hoch und gut 1,50m breit, wurde dann auf einem geeigneten Platz nahe der Scheune der Harnbachmühle aufgestellt.

Kurz vor Beginn des Wettkampfes wurde noch von in Fragen Kletterkonzepten erfahrenen Vorstandsmitgliedern eine „Begehung“ durchgeführt. Nachdem der Felsfindling frei von Bewuchs war, sich keine Spuren von schützenswerten Tieren fanden und er zudem auch in keinem Schutzgebiet steht, wurde er der Zone 3 zugeordnet. Schnell war ein entsprechendes Zonierungsschild angebracht und damit der „Fels“ zum Bohren freigegeben.

Die Spielregeln des Wettkampfs waren denkbar einfach: Mit dem Kronenbohrer und dem Fäustel musste ein Loch gebohrt werden, in dem ein Original-Bühlerhaken in gesamter Schaftlänge versenkt werden konnte. Sieger war derjenige, der die kürzeste Zeit brauchte.

Pünktlich um 16:00 Uhr wurde der Wettkampf dann offiziell gestartet. Tom, der „Hausmeister“ der Harnbachmühle, war der erste, der die Herausforderung annahm. Nachdem allen Teilnehmern für die Wettkampfphase fränkisches Naturdoping in Form von Freibier in Aussicht gestellt wurde, aber sicher auch wegen der wertvollen Sachpreise, die Dank der Sponsoren zur Verfügung standen, wuchs die Anzahl der Wettkämpfer rasch an.

Motiviert durch die Anfeuerung etlicher Zuschauer und getragen von der guten Wettkampfstimmung nahmen letztendlich 17 bohrwillige Kletterinnen und Kletterer an dem Wettbewerb teil.

Michael Hemmer musste die leidvolle Erfahrung machen, dass nicht jeder Tipp, der den Wettkämpfern von erfahrenen Hakensetzern gegeben wurde, Ziel führend war. Sein Versuch, das Bohrloch durch Bierduschen von Bohrstaub zu reinigen, behinderte ihn mehr als es Zeit einsparte. Hätte er das Bier besser getrunken, dann wäre er vielleicht nicht auf dem letzten Platz des Klassements gelandet. Ob er den selbstgebauten Clipstick, den er als Ehrenpreis erhalten hat, bis dato eingesetzt hat, konnte bis zur Veröffentlichung des Artikels nicht recherchiert werden.

Nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Zuschauer konnten sich während des Wettkampfes davon überzeugen, welch mühevolle Arbeit es in der Zeit vor den Akkubohrmaschinen war, einen Bühlerhaken zu setzten.

Gewonnen hat den Wettbewerb dann schließlich Sebastian Weidner mit einer Zeit von 11:15 min, vor Uwe Meier (13:31 min), Thomas Gietl (13:31 min) und Julia Capral (16:50 min), die damit bewies, dass auch Frauen mit Hammer und Meißel umgehen können.

Ein herzliches Dankeschön noch einmal an alle Teilnehmer und vor allem auch an die Firmen Ortlieb, Toni Weiss Outdoor, Cafe Kraft und an den Bundesverband der IG Klettern, die uns mit wertvollen Sachpreisen unterstützten.

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