Aktuelles zu Vogelschutz-Sperrungen im Nördlichen Frankenjura


von Fritz Müller

Entsprechend dem Protokoll zum Vogelschutz vom Dezember nutzte ich die Tage vor Neujahr zur Kontrolle der Felsen, sowie zum Umdrehen von Vogelschutzschildern und eventueller Neubeschilderung. Die erste Charge (01.01. – 31.07.) führte mich dazu unter anderem an das Wunkendorfer Eck und den Diagonalriss im Bärental. Danach waren der Große Stübiger Turm, die Lochauer Wand, der Kainachtaler Block und zu guter Letzt, neu und ungewöhnlich, die Steinfelder Wand samt Turm an der Reihe.

Steinfelder Wand inklusive Turm im Hintergrund. — Bild: Fritz Müller

Brutversuch an der Steinfelder Wand

Ein Brutversuch im Jahr 2020 löste allseits, auch bei den Experten des LBV, Erstaunen aus. Die äußerst freistehende Wand hat eine erhebliche Besucherfrequenz und einen Feldweg keine 20 m entfernt. Von der Bundesstraße ist die Wand voll einzusehen. Bei Nacht berührt auch das Licht der Autos die Wand. Doch genau diese Wand suchte sich ein sonst sehr scheuer Großvogel als Nistplatz aus. Ein nicht bekannter Grund führte zur Aufgabe der Brut im Frühjahr und das Auffinden der verlassenen, erkalteten Eier.

Vorläufige Sperrung erste Jahreshälfte 2021

Es wurde diskutiert, wie mit der Situation und der Aussicht auf Erfolg umgegangen werden sollte. Der Konsens: eine Sperrung des Felsens und zeitnahe Überprüfung durch den LBV. Um effektiv zu beruhigen, wählte man die Absperrung breit, d.h. inklusive des Turms. In der Durchführung sind es 3 Schilder: am Parkplatz, am Felsen und im Hauptzugang. Damit das Sperrband nicht flattert und reißt, wurde es bei den großen Spannweiten an einem Seil fixiert.

Ich führte auch ein sehr gutes Gespräch mit dem Bürgermeister von Steinfeld (auch Eigentümer anderer Kletterfelsen in der Umgebung) über die deutlich sichtbare temporäre Befriedung des Nistplatzes. Wir waren uns einig bezüglich der Bedenken und sind gespannt, ob sich eine Brut entwickelt. Ebenfalls setzen wir zusammen auf Akzeptanz, auf ein positives Miteinander von Menschen und Natur, für Einwohner, Touristen sowie für Interessen mit mehr oder weniger Vertretung.

Zum Jahreswechsel wünschten wir uns ein weiteres Gespräch „beim Otto“*, sobald es geht.

* Brauerei Hübner in Steinfeld

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